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Die Flucht von Jack Bauer

Chloe hatte gerade aufgelegt und da stand ich. Am Ende meiner Kräfte, musste ich schnell handeln und mich mal wieder unsichtbar machen. Ich rannte los so schnell es meine Verletzungen von eben gerade zuließen. Ich rannte bis ich an einer Kreuzung ankam. Schnell sprang ich in einen haltenden Bus und fuhr Richtung Norden. In den wenigen Minuten im Bus reflektierte ich kurz das Geschehene der letzten Stunden.
Präsidentin Taylor, die verzweifelt versucht hatte das Friedensabkommen zu retten, Logen der sich unbedingt einmischen musste, der Anschlag auf Präsident Hassan, die Bombe, meine Entführung, Renee. Die letzten 24 Stunden hatten es in sich. Und jetzt sitze ich hier. Alles ist vorbei. Renee ist tot.

Nach ein paar Meilen etwas außerhalb der Stadt stieg ich aus und landete schließlich in einer üblen Absteige. Aber um kurz den Kopf frei zu bekommen und nachzudenken, war es recht. Lang konnte ich hier nicht bleiben das war klar. Die Russen sind schon unterwegs und Präsidentin Tayler konnte mir den Rücken auch nicht mehr lange freihalten. Also lag es an mir mich selbst zu retten.

Viele Möglichkeiten gab es nicht. Das Ausland wäre am besten geeignet, um mich in Sicherheit zu bringen. Also musste ich schnell sein, um rechtzeitig an die Landesgrenze zu kommen. Ich musste mir andere Kleidung besorgen, um mich besser zu tarnen. Kurz entschlossen, ging ich aus dem Gebäude und lief dort durch die Gassen. An einer Ecke fand ich einen Penner. Ich tauschte mit ihm meine Klamotten und ging weiter. Ein Ständer eines Klamottenladens bot mir eine Mütze an, die ich gerne annahm. Einigermaßen unauffällig, bewegte ich mich in Richtung Bahnhof. Mir war bewusst, dass ich niemanden anrufen konnte. Jeder mit dem ich möglicherweise in Kontakt treten könnte, würde überwacht werden. Das Risiko war zu groß.

Als ich mich im Zug befand, fiel mir ein Mann in der letzten Reihe auf. Es war zweifellos ein Russe. Langsam bewegte ich mich von ihm weg, um zu sehen ob er Interesse an mir hat. Es dauerte nicht lange und auch er setzte sich in Bewegung. Er war zweifellos hinter mir her. Das ging ja schnell. Im Zug hatte ein Kampf keinen Sinn. Links und rechts von mir saß alles voller Kinder. Es mussten an diesem Gott verdammten Tag schon genug Menschen sterben. Es war genug.

Ich drückte die Notbremse und schlug das Fenster ein. Während der Zug noch in Fahrt war, sprang ich. Wir befanden uns mitten im Nichts. Im Gebüsch kam ich zwar hart auf, aber auch schnell auf die Beine. Zu dumm, dass auch mein russischer Freund ein gut trainierter Bursche war. Das konnte ja noch lustig werden. Zum Glück hatte ich einen kleinen Vorsprung. Mein Körper war immer noch ziemlich angeschlagen. Aber ich hatte keine Wahl. Ich musste den Typen irgendwie loswerden.

Das Waldstück in das wir beide hineinrannten, war ziemlich eng bewachsen. Meine Kleider waren schon jetzt zerfetzt und die Äste hinterließen deutlich Spuren an meinen Armen. Ich musste irgendwie versuchen den Russen zu Fall zu bringen. Bei einem kurzen Schulterblick schätzte ich den Abstand zwischen uns auf 20 Meter. Durch die Bäume und Büsche war die Sicht schlecht. Es musste mir also gelingen, mich kurz zu verabschieden damit er mich nicht sehen konnte.

Mit einer geschickten Bewegung ließ ich mich fallen und entzog mich dem Sichtfeld meines Verfolgers. Der Russe war kurz unschlüssig, rannte aber schnell weiter. Die Kalaschnikow hielt er bereit. Als er auf meiner Höhe war, zückte ich mein Messer und stieß es in seinen Fuß. Er fiel zu Boden und schoss, aber er verpasste meinen Kopf um Haaresbreite. Mir klingelten zwar die Ohren, aber ich schaffte es ihm seine Waffe abzunehmen. Mein Messer bohrte sich daraufhin in sein Herz und schnell war es ruhig im Wald. Bewaffnet mit einer Kalaschnikow machte ich mich auf den Weg in mein neues Leben, falls es das überhaupt gab.

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